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Säuglingshüfte

Ein besonderes Anliegen ist mir die Beurteilung der Säuglingshüfte. Beim Neugeborenen ist die Hüfte noch weitgehend knorpelig angelegt, das heißt, der Knochen ist noch nicht verkalkt. Bei einem relativ geringen Anteil von Kindern ist die Hüfte jedoch nicht ausreichend gut angelegt, man spricht in der Regel von einer Hüftreifungsverzögerung, da durch eine einfache Schienenbehandlung eine „Nachreifung“ und somit völlig normale Verhältnisse an der Hüfte hergestellt werden können. Selten finden sich allerdings Hüftgelenke, bei denen diese Therapie nicht ausreicht.

Wird eine derartige Hüftreifungsverzögerung oder Hüftdysplasie nicht erkannt, so bildet sich ein Gelenk aus, bei dem der Hüftkopf nur unvollständig von der Hüftpfanne des Becken überdacht wird, das bedeutet, das die Kraft, die über das Bein ins Becken eingeleitet wird, über eine wesentliche kleinere Auflagefläche verteilt wird. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer sogenannten „hohen Hüftluxation“, das heißt, der Hüftkopf gleitet aus der Pfanne, und stützt sich am Becken ab, bildet eine sogenannte „Neo-Pfanne“.

Die Folge ist ein vorzeitiger Verschleiß des Hüftgelenkes, verbunden mit Schmerzen und zunehmender Bewegungs- und Funktionseinschränkung, teilweise bereits im vierten Lebensjahrzehnt. Die notwendige Folge ist der Einbau einer Hüftgelenksprothese, welche trotz aller Fortschritte in der Endoprothetik nur eine begrenzte Standzeit haben, und danach gewechselt werden müssen. Daher gilt für Endoprothesen je später, desto besser.

Prof. Graf aus Stolzalpe in Österreich hat ein Ultraschallverfahren entwickelt, mit dem die kindlichen Hüftgelenke in 4 Gruppen eingeteilt werden können. Entsprechend dieser Einteilung kann zuverlassig entschieden werden, ob eine Hüfte normal ist, kontrolliert werden sollte, oder behandelt werden muß. Das Verfahren ist für die Kinder unschädlich und nicht mit Schmerzen verbunden. Rechtzeitig durchgeführt (INNERHALB DER ERSTEN 6 LEBENSWOCHEN) ist man somit in der Lage, Kindern mit schlechten Hüftgelenken durch die einfache Anlage einer Schiene, die den Hüftkopf in der Pfanne zentriert (Beuge-Spreiz-Schiene) für einige Wochen, den oben geschilderten Leidensweg zu ersparen. Diese Schienen werden von den Kindern gut toleriert und stören sie kaum. Wird eine eventuell nötige Therapie nach der 6. Lebenswoche begonnen, werden die Ergebnisse dieser Therapie schlechter!

Darum vereinbaren Sie bitte für Ihr Kind rechtzeitig einen Termin.

Hierbei erfolgt auch eine Beurteilung des gesamten Bewegungsapparates, insbesondere auch der Wirbelsäule und der Füße.

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